Recently I was visited by a very good friend who had just returned from a long walk in the woods, and I asked her what she had observed. 'Nothing in particular,' she replied. I might have been incredulous had I not been accustomed to such responses, for long ago I became convinced that the seeing see little.

How was it possible, I asked myself, to walk for an hour through the woods and see nothing worthy of note? I who cannot see find hundreds of things to interest me through mere touch. I feel the delicate symmetry of a leaf. I pass my hands lovingly about the smooth skin of a silver birch, or the rough, shaggy bark of a pine. In spring I touch the branches of trees hopefully in search of a bud, the first sign of awakening Nature after her winter's sleep. I feel the delightful, velvety texture of a flower, and discover its remarkable convolutions; and something of the miracle of Nature is revealed to me.

-Helen Keller, Three Days to See (1933)
NB: Helen Keller was deaf-blind.

Saturday, March 22, 2008

Aufgeben

Auch wenn man nie in einem kommunistischen Land gelebt hat, bringt Claudia Ruschs Meine freie deutsche Jugend zum Nachdenken über viele wesentliche Fragen. Eine der Wichtigsten dieser Fragen ist: Wann sollte man entscheiden, eine schwierige Situation zu verbessern aufzugeben und einfach etwas Neues zu suchen? Obwohl es natürlich keine feste Antwort gibt, – sie ist anders für jeden – finde ich, dass meine Generation in Nordamerika eine Tendenz hat, sehr früh aufzugeben. Ein wichtiger Grund dafür, das ich nachweisen werde, ist das mit der Globalisierung angekommene Weltbürgergefühl.

Der Schwerpunkt der Frage erscheint in Meine freie deutsche Jugend mit der Nebeneinanderstellung Claudias Schlussreaktion auf ihre Unzufriedenheit mit dem Leben in der DDR mit der ihrer Mutter. Claudia will auswandern, obwohl ihre Mutter sich entschieden hat, dort zu bleiben, um zu versuchen, die Situation zu verbessern. Um diese Auswanderungsentscheidung machen zu können, musste Claudia sich gewissermaßen fühlen, wie eine Fremde in ihrer Heimat.

In den USA gibt es heutzutage verschiedene Gründe für Jugendliche (besonders Liberale) sich nicht zu Hause zu fühlen. Aber könnte die Situation so schwierig wie in der DDR sein? Wahrscheinlich nicht. Warum dann sind Jugendliche so „ortlos“, ohne Verbindung mit irgendeinem Ort – sogar ihrer Heimat? Ein wichtiger Teil der Antwort versteckt sich nicht in der Ortlosigkeit, sondern im Weltbürgergefühl, dass die Globalisierung mitgebracht hat. Wegen dieses Gefühls verlassen Jugendliche ihre „Heimat“ nicht, wenn sie auswandern: eine andere Stadt ist wie eine andere Wohngegend; ein anderes Land, wie ein anderes Bundesland.

Eine Bindung mit der ganzen Welt ist aber nie so stark wie eine regionale Bindung. Deswegen finde ich, dass oft, statt zur ganzen Welt beizutragen, diese Leute nach dem Verlassen der Heimat einfach weniger der Gesellschaft zurückgeben. Abschließend zusammengefasst würde ich meinen Gleichaltrigen empfehlen, sich ganz ernst zu überlegen, ob sie wirklich nichts mehr an ihrer Heimat finden, bevor sie sich entscheiden auszuwandern.

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