Recently I was visited by a very good friend who had just returned from a long walk in the woods, and I asked her what she had observed. 'Nothing in particular,' she replied. I might have been incredulous had I not been accustomed to such responses, for long ago I became convinced that the seeing see little.

How was it possible, I asked myself, to walk for an hour through the woods and see nothing worthy of note? I who cannot see find hundreds of things to interest me through mere touch. I feel the delicate symmetry of a leaf. I pass my hands lovingly about the smooth skin of a silver birch, or the rough, shaggy bark of a pine. In spring I touch the branches of trees hopefully in search of a bud, the first sign of awakening Nature after her winter's sleep. I feel the delightful, velvety texture of a flower, and discover its remarkable convolutions; and something of the miracle of Nature is revealed to me.

-Helen Keller, Three Days to See (1933)
NB: Helen Keller was deaf-blind.

Sunday, March 2, 2008

Wer sollte wandern? Eine Reaktion auf Kerkelings "Ich bin dann mal weg"

Wenn man über eine Pilgerreise liest oder davon hört, kommen die Fragen heraus: Könnte ich das machen? Sollte ich das machen? Wer sollte denn wandern? Meiner Meinung nach ist es ganz leicht zu sagen, dass alle würden dadurch ihr Selbstverständnis entwickeln und deswegen sollten alle auf eine Pilgerreise gehen. Jedoch ist das für eine Analyse zu simpel. Ich werde in diesem Papier nachweisen, dass es verschiedene Arten das Selbstverständnis entwickelnde Erfahrungen gibt, dass das Wandern ein nicht besonders praktisches Selbstverständnis entwickelt, und dass diese Selbstverständnisentwicklung ein etwas selbstsüchtiges Ziel ist, das sich nicht alle leisten können.

Erstens kann man doch sagen, dass eine Pilgerreise eine gute Erfahrung für alle wäre, weil man mehr ich-bewusst wird, usw. Trotzdem kann man das Gleiche über das Gehen auf Exerzitien sagen, oder über die Meditation oder sogar über das Plaudern mit Freunden. Manche haben schon eine Pilgerreise gemacht. Wäre eine zweite noch günstig? Ja, wahrscheinlich aber vielleicht nicht so sehr wie die Erste und etwas Anderes wäre günstiger. Die Eignung einer Pilgerreise hängt von der persönlichen Situation jedes Einzelnen ab.

Zweitens gilt das Selbstverständnis, das man vom Wandern bekommt, nur für manche Situationen. Zum Beispiel kann man auf einer Pilgerreise viel über die Stärke seiner Entschlossenheit lernen und wird wahrscheinlich auch vieles über seine Glaube und Gläubigkeit lernen. Aber dieses Verständnis ist nicht allgemein gültig. Wie wäre es, wenn man auf einer Pilgerreise mit einem 20-Kilo Rucksack ginge? Wahrscheinlich anders als ohne ihn. Zudem gilt das Selbstverständnis besonders für Situationen, in denen man allein ist. Setzten Sie, zum Beispiel, die Erfahrung einer Pilgerreise mit der Erfahrung einer einmonatigen Campingreise in der Wildnis mit einem Freund. Von der Campingreise würde man tatsächlich viel mehr darüber lernen, wie man sich mit anderen verhalten kann.

Zuletzt ist das Selbstverständnis immer etwas Gutes, aber durch eine Pilgerreise entwickelt man es auf Kosten vom täglichen Leben. Wenn man ledig ist, ist das Problem nicht so groß: man hat keine Kinder, keinen Ehepartner, usw. Aber dennoch muss man Freunde und Familie für eine Zeit allein lassen und kann sie nicht unterstützen. Deswegen, würde ich sagen, wäre es besser für manche Personen, tägliche Meditation zu machen, ein bisschen Zeit am Wochenende allein zu verbringen, u.Ä. Man muss vorsichtig sein, um nicht zu vergessen, dass das Wandern sich nicht nur auf die wandernde Person auswirkt.

Also wenn Sie sich fragen, ob eine Pilgerreise richtig für Sie ist, vergessen Sie nicht, dass es andere Möglichkeiten gibt, dass die Sachen, die man vom Wandern lernt, nicht unbedingt die Wesentlichen sind und, dass eine Pilgerreise sich auf Andere auswirkt.

No comments: